15.07.2026

Zusätzliche Kapazität unter der Erde: Trinkwasserspeicher werden erweitert

Mehr als zehn Jahre ist es her, dass an dieser Stelle zuletzt die Erde geöffnet war. Zuletzt im Jahr 2013 für den Bau einer neuen Druckerhöhungsanlage, die den Rottweiler Wasserturm seither deutlich energieeffizienter ersetzt. Inzwischen ist auf dem Gelände neben dem Hochbehälter Zimmern ob Rottweil im wahrsten Sinne des Wortes Gras über die Sache gewachsen. Doch seit Kurzem sind hier wieder Bagger im Einsatz: Dieses Mal ist der Grund der Bau einer dritten Wasserkammer, die die beiden bestehenden Kammern künftig ergänzt und so die Kapazitäten der Trinkwasserspeicherung deutlich erhöht.

1.500 m3 zusätzliches Speichervolumen

Vom Hochbehälter in Zimmern ob Rottweil auf 695 m Höhe wird das Trinkwasser für die Stadt Rottweil und ihre Ortsteile verteilt – dank der topografischen Lage größtenteils allein durch die Schwerkraft. In zwei Wasserkammern mit einem Fassungsvermögen von 1.500 m3 und 2.000 m3 wird das Wasser bislang zwischengespeichert. Diese Speicher sind ein wichtiger Bestandteil des Trinkwassersystems, da sie Verbrauchsschwankungen und Spitzenlasten, zum Beispiel in trockeneren Sommermonaten, ausgleichen. Mit der derzeit im Bau befindlichen dritten Wasserkammer wird das Speichervolumen um weitere 1.500 m3 erweitert.

Zusätzlicher Speicherplatz, der laut Bedarfsanalyse bald benötigt wird. Nur rund vier Kilometer Luftlinie entfernt entsteht derzeit mit dem Neubau der Justizvollzugsanstalt ein großer Gebäudekomplex mit entsprechendem Trinkwasserbedarf. Helmut Altnöder, Planer bei der ENRW, erläutert: „Rund 600 Personen werden dann zusätzlich an das Wasserversorgungsnetz angeschlossen sein. Auch das neue Baugebiet am Hegneberg wurde bei der Bedarfsanalyse bereits eingerechnet.“ Insgesamt investiert die ENRW rund 1,5 Millionen Euro in die langfristige Versorgungssicherheit.

Bauarbeiten bereits gestartet

Nach Abschluss der Ausschreibungsphase im April wurde die Rosenberger Bau GmbH mit der Ausführung der Arbeiten beauftragt. Jetzt im Sommer finden zunächst die Aushubarbeiten statt, anschließend beginnen die Betonarbeiten für den neuen Wasserbehälter. Der Abschluss dieser ersten Bauphase ist für Mitte 2027 vorgesehen. „Im Anschluss folgen im zweiten Abschnitt die Arbeiten an der Anlagentechnik“, erklärt Helmut Altnöder. Damit sind sämtliche Rohrinstallationen, die für den Betrieb des Behälters erforderlich sind, gemeint. Die spätere Anbindung einer dritten Wasserkammer wurde bereits beim Bau der Druckerhöhungsanlage im Jahr 2014 mitgeplant.

Die Wasserkammer selbst kann man sich optisch wie ein großes, unterirdisches Schwimmbecken vorstellen mit einem Zu- und Ablauf für das Trinkwasser und einer beachtlichen Höhe von rund 3,4 Metern. Der Zugang für Kontrollen und die jährlichen Reinigungsarbeiten wird künftig über das Bestandsgebäude möglich sein. Ist der neue Wasserbehälter fertiggestellt, wird an der Oberfläche nichts mehr davon zu sehen sein. Helmut Altnöder erklärt: „Der Behälter liegt vollständig unter der Erde und wird nach der Fertigstellung wieder überschüttet.“ Doch bis hier wieder Gras wächst, wird es während der Bauphase noch einige spannende Einblicke geben.

ENRWissen - Unser Trinkwasser – Wertvoll und streng kontrolliert

Sicher und gut geschützt ist das Trinkwasser für Rottweil im Hochbehälter in Zimmern gespeichert – einer von zwei Hochbehälter im Versorgungsgebiet. Im Hochbehälter wird das Wasser aus der Eschachquelle aufbereitet und in den Wasserkammern mit dem Bodenseewasser zusammengeführt. Doch wer ist eigentlich für die strengen Qualitätskontrollen verantwortlich?
Im Wasserversorgungsgebiet der ENRW werden in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt regelmäßig Untersuchungen der Wasserqualität durch zertifizierte Labore durchgeführt. Grundlage hierfür ist die Trinkwasserverordnung (TrinkwV). Die Proben werden an festgelegten Entnahmestellen durch ein unabhängiges Institut entnommen und anschließend in zugelassenen Laboren ausgewertet.
Bis zu 3.500 m³ Wasser können derzeit schon im Hochbehälter Zimmern ob Rottweil zwischengespeichert werden. Mit der Erweiterung kommen weitere 1.500 m³ Speichervolumen hinzu.
Über Rohre wie diese erfolgt die Anbindung an das Bestandsgebäude und die beiden anderen Wasserkammern.