20.03.2026

Netzausbau für die Energie von Morgen

Umspannwerk Zimmern ob Rottweil und Umspannwerk Prim

Seit September 2024 erweitert die ENRW das Umspannwerk Zimmern, um die stark steigende Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien in der Region künftig sicher aufnehmen und verteilen zu können. Hintergrund ist vor allem der deutliche Zubau von Solarparks im Netzgebiet, wodurch die bisherigen Kapazitäten des Umspannwerks nicht mehr ausreichen.

Kern des Ausbaus ist die Erneuerung und Vergrößerung der bestehenden 110-kV-Freiluftanlage sowie die Installation eines zweiten Transformators mit zusätzlichen 40 Megawatt (MW) Leistung. Damit soll das Stromnetz den erhöhten Leistungsanforderungen angepasst werden.

Im Januar 2026 befindet sich das Projekt unter der Leitung von Christof Bilger, Abteilung Technisches Management bei der ENRW, auf der Zielgeraden. Der neue Trafo inklusive Schaltanlage läuft und die Erweiterung der 110-kV-Anlage ist fast abgeschlossen. Die Restarbeiten und die komplette Inbetriebnahme der neuen Anlagen sind bis Ende März geplant.

Versorgungssicherheit an oberster Stelle

Die Verdoppelung der Umspannungskapazität von 40 auf 80 MW ist notwendig, da sie wegen bereits geplanten Solarparks und Batteriespeichern im Versorgungsgebiet der ENRW dringend benötigt wird. Durch den Einbau des zweiten Trafos mit separater Schaltanlage ist die Versorgungssicherheit in diesem Netzbereich deutlich gestiegen. „Beide Umspanner verfügen jeweils über eine eigene 110-kV- und 20-kV-Schaltanlage, die miteinander verbunden sind. Dadurch ist es möglich, die Anschlüsse zwischen beiden Anlagen hin- und herzuschalten“, erklärt Christof Bilger. „Bei Störung eines der Trafos ist die Versorgungssicherheit des Stromnetzes gesichert.“

Einen ausführlichen Bericht zum Umspannwerk Zimmern finden Sie in Ausgabe 2/2025 des HIERBLEIBER-Magazins: Umspannwerk Zimmern - Netzausbau für eine sichere Versorgung

Das Umspannwerk Prim

Auch die Erweiterung des Umspannwerks Prim an der Neufraer Straße in Rottweil ist Teil einer Reihe von Netzausbauprojekten der ENRW, um langfristig eine zuverlässige Stromversorgung zu sichern und die künftig erforderliche Infrastruktur zu schaffen.

Hier ist ein zweiter Transformator bereits vorhanden, nun geht es auch hier um die Erweiterung der Hochspannungs-Felder sowie die Verschiebung des Verteilnetzanschlusses vom Umspannwerk Rottweil zum Umspannwerk Prim. Die Vergaben der erforderlichen Aufträge an Fachfirmen zur Umsetzung des Projektes sind zum Jahresende vorgesehen.

Mit dem Ausbau des Umspannwerks Zimmern erhöht sich die Übertragungsleistung des ENRW-Stromnetzes um 33 % auf 160 Megawatt. Mit den geplanten Umbauten im Umspannwerk Prim wird die Versorgungssicherheit für die Zukunft gestärkt, um auch im Störfall einen zuverlässigen Stromfluss zu gewährleisten.

ENRWissen - Spannungsebenen in der Stromversorgung

Ein Umspannwerk ist ein zentraler Knotenpunkt im Stromnetz. Seine Aufgabe ist es, elektrische Energie von einer Spannungsebene auf eine andere zu übertragen – ähnlich wie ein Verkehrsknoten, an dem große Straßen in kleinere übergehen.
Höchstspannung (220 – 380 kV)
Das ist die Autobahn des Stromnetzes:
• Strom wird über sehr große Entfernungen transportiert
• mit möglichst wenig Verlusten
• zwischen Kraftwerken und großen Netzregionen
Hochspannung (110 kV)
Das ist die Bundesstraße:
• verbindet Städte und größere Regionen
• verteilt den Strom weiter in die Fläche
• versorgt große Industrieanlagen oder Stadtwerke
Mittelspannung (10 – 30 kV)
Entspricht der Kreisstraße:
• führt in kleinere Orte und Stadtteile
• versorgt lokale Netze, Gewerbegebiete, kleinere Betriebe
Niederspannung (230 – 400 V)
Das ist die Wohnstraße:
• hier kommt der Strom direkt bei Haushalten an
• für Steckdosen, Licht und normale Geräte